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Aktuelles zum Aufbruch der Kirchgemeinde Stäfa!

Wir publizieren hier in regelmässigen Abständen aktuelle Neuigkeiten, Leserbriefe, Argumenten im Zusammenhang mit dem Aufbruch- und Visionsprozess der Kirchgemeinde Stäfa und dem ZusammenWachsen mit der Kirchgemeinde Hombrechtikon.

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«Kräfte bündeln – Neues wagen»

Die Lesebriefschreiberin Vreni Grau schlägt sich in der Zürichsee-Zeitung auf die Seite der Mitarbeitenden und Behördenmitglieder: Sie würden unter einem Zusammenschluss der beiden Kirchgemeinden Stäfa und Hombrechtikon leiden. Und Leserbriefschreiber Jakob Dubach munkelt von einem Maulkorb für Mitarbeitende. So der Tenor.

Nun ist bekannt, dass beide Kirchenpflegen deutlich hinter dem Zusammenschluss stehen. Leiden sie an Selbstausbeutung? Im Weiteren wurden die Stäfner Mitarbeitenden letzten Dezember anonym befragt. Sie unterstützen klarmehrheitlich den Zusammenschluss. Suchen sie ihr eigenes Burnout?

Ich vermute hinter der gut gemeinten Empathie von Frau Grau ein Missverständnis. Ich zitiere: « ’Gleicher Stellenetat – gleiches Angebot’ bedeutet also in einem erweiterten Arbeitsfeld nicht gleich viel, sondern mehr Arbeit für die einzelnen Mitarbeitenden. » Das suggeriert: Stäfner Personal hätte zusätzlich Hombrechtikon zu versorgen, wo es kein Personal gebe. Seltsam: Hombrechtikon ist eine vitale, eigenständige Kirchgemeinde. Zwar ohne Sozialdiakon*in. Die Sozialdiakonie ist nämlich anders organisiert. Sie liegt stärker beim Pfarramt und bei den Freiwilligen.

Wo können Kräfte gebündelt werden in der Behörde? Es gibt tatsächlich mehr Liegenschaften in der neuen Kirchgemeinde. Aber nur noch ein Behördenmitglied mit dem Ressort Liegenschaften. Aber dieses «strategische» Ressort wird von der «operativen» Liegenschaftsadministration entlastet werden. Trotzdem wird der Aufwand für die gesamte Administration sinken. Das ergibt eine Modellrechnung, welche für die zusammengeschlossene Kirchgemeinde angestellt wurde.   

Und was gewinnen Mitarbeitende einem Zusammenschluss ab? Zu stark oder zu lange Eingespieltes bricht auf. Es entsteht ein spielerischer Wettbewerb. Was wird wo besser gemacht und wird darum übernommen? Ein gutes Beispiel, das letzten Sommer initiiert wurde, ist das Projekt «HoSt22 – Jugend». Die Stäfner Jugendarbeiterin und der Hombrechtiker Jugendpfarrer sind auf der Suche nach Formen partizipativer Jugendarbeit. Die Landeskirche unterstützt das Projekt befristet, zunächst bis Ende Jahr. Ein Zusammenschluss dürfte die Chance auf längerfristige Unterstützung erhöhen.

Schliesslich zur Maulkorb-Vermutung von Jakob Dubach: Die Stäfner Pfarrleute waren in allen Arbeitsgruppen des Projekts vertreten und konnten ihre Meinung einbringen. Sie haben sich ausserdem an der Kirchgemeindeversammlung vom 8. September 2019 klar gegen ihre eigene Kirchenpflege positioniert – gleichzeitig aber Loyalität versprochen, wenn die demokratische Abstimmung gegen ihre Meinung ausfallen würde. Der Vorwurf von Herr Dubach ist irreführend. Dass sie nicht öffentlich ihrer eigenen Kirchenpflege, an deren Sitzungen sie jederzeit dabei sind, in den Rücken fallen können, ist dem Kollegialitätsprinzip geschuldet, dem sie gemäss Kirchenordnung unterstehen.

Vom Zusammenschluss verspreche ich mir – und offenbar die grosse Mehrheit der Mitarbeitenden – Bündelung der Kräfte und Raum, Neues zu wagen. Das ist attraktiv für Mitarbeitende und die Behörde.

Thomas Schaufelberger

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Die Kaskade der Killerargumente

Erwiderung auf den Leserbrief von Jakob Dubach
«Der Maulkorb macht misstrauisch» ZSZ 20210227

Gegen Veränderungsprozessen in Kirchgemeinden wird oft in einem Dreischritt argumentiert.

Zuerst heisst es: Das Unterfangen ist finanziell die Verschwendung oder der Ruin. Das ist die Stunde der Rechnungsprüfungskommission. Wohlweislich wurde ein externer Experte beigezogen. Er attestiert beiden Gemeinden gesunde finanzielle Verhältnisse. Sie würden auch in Zukunft Stabilität gewährleisten. Der Machbarkeitstest wäre also bestanden.

Aber jetzt kommt sofort das zweite KIillerargument zum Zug. Es besagt, Strukturen gehörten nicht zum Wesen christlicher Existenz. Das ist die Stunde der Instutionsverdrossenen. Spiegelt ihre Haltung letztlich nicht eine Geringschätrzung landeskirchlicher demokratischer Strukturen und Vorgehensweisen? Die Strukturen der Kirche sind nicht belanglos für den Glauben. Das ist gut reformiert: «Nicht jeder Sprung aus einem Schiff ist ein Tellensprung.» (Karl Barth)    

Die ersten beiden Schritte der Kaskade bringt Herr Dubach auf den Punkt: «Gute Strukturen und gesunde Finanzen sind von Vorteil. Doch sie sind reine Äusserlichkeiten, die keine kirchliche Gemeinschaft schaffen.» Reine Äusserlichkeiten? Ist das nicht recht weltfremd? Zumal wenn wir das sagen, in unserem wohlgeordneten und wohlständigen Land.

Nun sind die Äusserlichkeiten gefallen. Und der dritte Schlag mit der Killerkäule kommt. Vor lauter äusserlicher Form fehlen die «verbindenden Inhalte». Vor lauter Organisation fehlt das Wesentliche, die Theologie. Vor lauter Strukturen fehlen die Visionen. Das ist die Stunde jener, die noch wissen, wo Gott hockt.

In der Weisung zur Abstimmung sagt der Kirchenpflegepreäsident von Stäfa: «Heutige Solidarität über die eigenen Grenzen hinweg ist der Weg zur Autonomie in Zukunft, und zwar für beide Kirchgemeinden gleichermassen. Als neue Kirchgemeinde haben wir in den nächsten zwanzig Jahren Zeit, in Ruhe am Wesentlichen zu arbeiten, während einer Generation zusammenzuwachsen und zusammen zu wachsedn in der Nachfolge Jesu.» Wenn das nicht visionär ist, was ist dann visionär? P.S. Zum Maulkorb-Vorwurd: Er hat den Faktencheck 2 nicht bestanden. Machen Sie sich schlau auf www.jazuhost22.ch .

Andreas van den Heuvel

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Testimonials

„Von einer Fusion von Hombrechtikon und Stäfa erwarte ich:

– Eine funktionsfähige Kirchgemeinde für künftige Generationen
– Eine Verwaltung für zwei Kirchgemeinden
-Ein Geben und Nehmen von Talenten und Fähigkeiten

Und mein Lieblingssatz aus der Arbeit der Projektgruppe:
Zusammenwachsen um zusammen zu wachsen.

(Verena Zeller-Sauder)

Verena Zeller-Sauder

„Der Zusammenschluss beider Kirchgemeinden ist eine pragmatische und durchdachte Lösung. Die angepassten Organisationsstrukturen werden uns dabei helfen, auch in Zukunft eine lebendige und starke Glaubensgemeinschaft zu bleiben.“

(Andreas van den Heuvel)

Andreas van den Heuvel

„Der Zusammenschluss unserer beiden Kirchgemeinden ist für alle von uns eine Chance, christliche Solidarität mit einer langfristigen positiven Wirkung zu praktizieren. Von solch einer Lösung werden beide Kirchgemeinden, auch unsere Kinder und Kindeskinder profitieren.“

(Ine van den Heuvel, ehemalige Kirchenpflegerin Stäfa)

Ine van den Heuvel

„DER ZUSAMMENSCHLUSS ist – zu unserem Leidwesen-  UNUMGÄNGLICH.“

(Alfred Rechsteiner, alt Gemeinderat Stäfa)

Alfred Rechtsteiner mit seinen Enkelkindern

„Um mich persönlich als Mitglied anzusprechen, muss unsere Kirchgemeinde «Gutes» pflegen und «Neues und Grösseres» in den Blick nehmen. Ein Zusammenschluss schafft  die Voraussetzungen dafür.“

(Peter Wilhelm, Ürikon, ehemaliger Sozialdiakon für Jugend- und Familienarbeit der Kirchgemeinde Stäfa)

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Vision/Ziel des Zusammenschlusses: Präambel des Zusammenschlussvertrags der beiden Kirchgemeinden

«Der Zusammenschluss beider Kirchgemeinden stärkt die kirchliche Vielfalt und ein von Freiwilligen mitgestaltetes kirchliches Leben vor Ort.

Die Angebote entsprechen den Bedürfnissen der Mitglieder und der Ortsteile sowie der Vielfalt der Lebenswelten.

Gottesdienste am Sonntag und Feiern im Lebenszyklus (Taufe, Konfirmation, Trauung, Abschied) finden weiterhin in beiden Ortskirchen statt.

Die Organisation und Verwaltung werden optimiert.

Zwei Kulturen begegnen sich auf Augenhöhe und öffnen sich, um organisch «zusammenzuwachsen» und zusammen zu wachsen».