Kategorien
Aktuelles

Aktuelles zum Aufbruch der Kirchgemeinde Stäfa!

Wir publizieren hier in regelmässigen Abständen aktuelle Neuigkeiten, Leserbriefe, Argumenten im Zusammenhang mit dem Aufbruch- und Visionsprozess der Kirchgemeinde Stäfa und dem ZusammenWachsen mit der Kirchgemeinde Hombrechtikon.

Kategorien
Aktuelles

Die Kaskade der Killerargumente

Erwiderung auf den Leserbrief von Jakob Dubach
«Der Maulkorb macht misstrauisch» ZSZ 20210227

Gegen Veränderungsprozessen in Kirchgemeinden wird oft in einem Dreischritt argumentiert.

Zuerst heisst es: Das Unterfangen ist finanziell die Verschwendung oder der Ruin. Das ist die Stunde der Rechnungsprüfungskommission. Wohlweislich wurde ein externer Experte beigezogen. Er attestiert beiden Gemeinden gesunde finanzielle Verhältnisse. Sie würden auch in Zukunft Stabilität gewährleisten. Der Machbarkeitstest wäre also bestanden.

Aber jetzt kommt sofort das zweite KIillerargument zum Zug. Es besagt, Strukturen gehörten nicht zum Wesen christlicher Existenz. Das ist die Stunde der Instutionsverdrossenen. Spiegelt ihre Haltung letztlich nicht eine Geringschätrzung landeskirchlicher demokratischer Strukturen und Vorgehensweisen? Die Strukturen der Kirche sind nicht belanglos für den Glauben. Das ist gut reformiert: «Nicht jeder Sprung aus einem Schiff ist ein Tellensprung.» (Karl Barth)    

Die ersten beiden Schritte der Kaskade bringt Herr Dubach auf den Punkt: «Gute Strukturen und gesunde Finanzen sind von Vorteil. Doch sie sind reine Äusserlichkeiten, die keine kirchliche Gemeinschaft schaffen.» Reine Äusserlichkeiten? Ist das nicht recht weltfremd? Zumal wenn wir das sagen, in unserem wohlgeordneten und wohlständigen Land.

Nun sind die Äusserlichkeiten gefallen. Und der dritte Schlag mit der Killerkäule kommt. Vor lauter äusserlicher Form fehlen die «verbindenden Inhalte». Vor lauter Organisation fehlt das Wesentliche, die Theologie. Vor lauter Strukturen fehlen die Visionen. Das ist die Stunde jener, die noch wissen, wo Gott hockt.

In der Weisung zur Abstimmung sagt der Kirchenpflegepreäsident von Stäfa: «Heutige Solidarität über die eigenen Grenzen hinweg ist der Weg zur Autonomie in Zukunft, und zwar für beide Kirchgemeinden gleichermassen. Als neue Kirchgemeinde haben wir in den nächsten zwanzig Jahren Zeit, in Ruhe am Wesentlichen zu arbeiten, während einer Generation zusammenzuwachsen und zusammen zu wachsedn in der Nachfolge Jesu.» Wenn das nicht visionär ist, was ist dann visionär? P.S. Zum Maulkorb-Vorwurd: Er hat den Faktencheck 2 nicht bestanden. Machen Sie sich schlau auf www.jazuhost22.ch .

Andreas van den Heuvel