Argumente in Kurzform

  • Bewegung in der Zürcher Landeskirche.
    Seit 2014 haben 80 von 180 Kirchgemeinden im Kanton Zürich entschieden, sich mit anderen Kirchgemeinden zusammenzuschliessen. Ein Hauptgrund ist die rückläufige Anzahl ihrer Mitglieder. Seit 2005 ist die Zahl der Reformierten in Stäfa und Hombrechtikon um 14 % zurückgegangen. Die Wohnbevölkerung ist im gleichen Zeitraum um 16 % gewachsen. Daraus ergibt sich eine Differenz von rund 30 %. Es ist uns wichtig, dass wir auch in Zukunft ein vielfältiges Angebot für alle Gemeindemitglieder anbieten können. Die Reorganisation zu einer grösseren Einheit ist ein guter Schritt in diese Richtung.
    Zusammenschlüsse sind die nachhaltige Form von Kooperationen.

  • Eine Kirchgemeinde mit Zukunft braucht eine vernünftige Grösse.
    Eine Kirchgemeinde ist eine öffentlich-rechtliche Einrichtung. Die Anforderung an ihre Professionalität steigt. Das betrifft alle kirchlichen Berufe – auch Leitung, Verwaltung und Haushaltsführung. Es braucht vertieftes Fachwissen für immer komplexere Abläufe. Um professionell zu bleiben und um sorgsam zu haushalten, benötigen wir eine sinnvolle Gemeindegrösse. Sie dürfte durch den Zusammenschluss von Stäfa und Hombrechtikon für die nächsten zwanzig Jahre gesichert sein. Professionalität, Qualität und Effizienz machen uns fit für die Zukunft.
    Wir stellen heute die Weichen für morgen.

  • Ein Weg der Kirchgemeinden Stäfa und Hombrechtikon in eine gemeinsame Zukunft: mit soliden Finanzen, starken Ressourcen und aus dem Geist der Solidarität.
    Das Finanzmodell für eine zusammengeschlossene Gemeinde zeigt:
  • Einsparungen von CHF 160’000 durch Wegfall von Doppelspurigkeiten
  • einen etwas geringeren Ertrag durch die Angleichung der Steuerfüsse auf 11 % (CHF 250’000)
  • einen Ertragsüberschuss von CHF 385’000 bei einem Aufwand von CHF 4’750’000.

  • Der Zusammenschluss ist bezahlbar und lohnt sich:
  • Die Gemeindegrösse erlaubt künftig wirtschaftlicheres Haushalten.
  • Die unterschiedlichen Gemeindekulturen bereichern sich gegenseitig.
  • Das theologische Profil in einem grösseren Pfarrteam wird vielfältiger.

  • Bündeln – Bewegen – Bewahren
    Mit dem Zusammenschluss von Stäfa und Hombrechtikon verfolgen wir drei Ziele:
  • Wir bündeln unsere Kräfte: z.B. in der Konfirmationsarbeit oder im Gottesdienst (Kanzeltausch).
  • Wir wagen Neues: z.B. im Projekt «partizipative Jugendarbeit» (unterstützt vom Kirchenrat mit 20 Pfarrstellenprozenten).
  • Wir bewahren Bewährtes: z.B. Gottesdienste am Sonntagmorgen an beiden kirchlichen Orten und Pflege des kirchenmusikalischen Lebens vor Ort.
  • Verankert und innovativ gestalten wir den Wandel.
  • Die Stäfner Kirchgemeinde ist von grossen Veränderungen betroffen. Der Anteil reformierter Einwohner in Stäfa ist zwischen 1999 und 2019 von 51% auf 35% gesunken. Der Mitgliederrückganz wird zu Einschränkungen – zum Beispiel bei der Pfarrstellenzuteilung – führen.
  • Besser als zu warten und das bestehende Programm mit weniger Mitteln aufrecht zu erhalten ist es, frühzeitig zu handeln um die Kirchgemeinde langfristig zukunftsähig zu erhalten.
  • Noch gibt es keine Sparzwänge. Der Zusammenschluss ist deshalb keine Sparübung, sondern ein proaktiver Aufbruch und die kreative Gestaltung der Zukunft.
  • Durch regionale Räume entsteht mehr Beweglichkeit und mehr innovativer Spielraum für alle Beteiligten.
  • Trotzdem bleiben die Ansprechpersonen in den kirchlichen Orten (Hombrechtikon, Stäfa, Ürikon) bestehen. Auch bleibt bei Taufen, Beerdingung, Hochzeiten alles, wie es ist. Der Religionsunterricht für die Kinder wird weiterhin an den bestehenden Orten angeboten.
  • Der zusätzliche Gewinn liegt in der grösseren Beweglichkeit für Ideen, Angebote. Durch geschickte Kooperationen können Mittel freigeschaufelt werden für neue Formen von Kirche. Ziel des Zusammenschlusses ist auch, die Vielfalt des kirchlichen Lebens zu erhöhen.
  • Es gehört zur Tradition der Reformierten Kirche, mutig aufzubrechen in eine vielfältige und alltagsnahe Zukunft.

Ja zum Zusammenschluss der Kirchgemeinden Stäfa und Hombrechtikon

Der Weg ist frei für eine vielfältige, innovative Kirchgemeinde Stäfa-Hombrechtikon

Die Kirchgemeindeversammlung Stäfa hat am 19. April nach über zweistündiger Beratung und diverser geheimer Abstimmungen entschieden, dass die neue Kirchgemeindeordnung ab 1.1.2022 in Kraft tritt. Sie hat ausserdem einen Rückweisungsantrag deutlich zurück gewiesen. Damit ist der Weg frei für eine Kirchgemeinde Stäfa-Hombrechtikon, die zukunftsfähiges, alltagsnahes und vielfältiges kirchliches Leben möglich macht – auch längerfristig.

Wir sind froh darüber, dass die Mitglieder der Reformierten Kirchgemeinde Stäfa nun zum dritten Mal sehr klar – auch nach Anhörung verschiedenster Meinungen und Stimmen der Pro- und Contra-Seite – entschieden haben, einen mutigen Schritt in die Zukunft zu machen. Denn beispielsweise Pfarrstellenkürzungen wären im Falle eines Alleingangs voraussichtlich schon in drei Jahren gekommen. Für die Mitarbeitenden und die Behörden würde spätestens dann das Aufrechterhalten des Bestehenden zu grosser Erschöpfung führen. Jetzt aber ist es möglich, in einem grösseren geographischen und personellen Handlungsraum innovativ zu werden und kreativere Lösungen zu finden, statt den Status-quo mit weniger Mitteln zu erhalten. Wir sind stolz darauf, dass die Kirchgemeinde-Mitglieder diesen innovativen Aufbruch wollen und damit eine ur-reformatorische Haltung gezeigt haben: Die Strukturen sind für die Reformierten nämlich nicht entscheidend! Wichtiger ist, dass der Inhalt – die «Kommunikation des Evangeliums» – in jeder Generation neu gehört und ermöglicht wird. Die Strukturen, die es dazu braucht, können frei angepasst werden.

Mut machen uns Erfahrungen aus anderen Kirchgemeinden, die denselben Weg gegangen sind. Zum Beispiel – in der Grösse sehr vergleichbar – die Kirchgemeinden Adliswil und Langnau am Albis, die seit 1.1.2020 eine Kirchgemeinde sind. Sie ziehen nach einem Jahr Fazit:

„Wenn Erwin Oertli, Präsident der heutigen Kirchgemeinde Sihltal, auf das erste Jahr der fusionierten Gemeinde zurückschaut, fällt sein Fazit positiv aus. ‚Es hat sich gelohnt, diese intensive und jahrelange Vorbereitung, die man für so ein Zusammenkommen braucht, zu investieren.‘ Die Bündelung der Kräft, den Erhalt der Stellen und das Aufrechterhalten der vielfältigen Angebote sei gelungen. ‚Unsere Gemeinde ist für die Zukunft gut aufgestellt. Wir konnten das vielfältige Angebot der Kirchen an beiden Standorten beibehalten oder sogar ausbauen – und wir sind auch gerüstet, wenn die Mitgliederzahl kleiner wird.'“ (Beitrag in der Zeitschrift notabene 2021, ein ausführlicher Artikel finden Sie hier)

Zustimmung in Stäfa (und in Hombrechtikon) zur Vorlage! Danke allen Unterstützer/innen einer zukunftsfähigen und alltagsnahen Kirchgemeinde! Wir freuen uns!

„Für eine vielfältige, alltagsnahe, zukunftsfähige reformierte Kirchgemeinde“

Im Frühling 2021 werden die Mitglieder der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Stäfa über einen Zusammenschluss mit der Kirchgemeinde Hombrechtikon abstimmen. Wir legen mit Überzeugung ein JA ein, denn es eröffnet eine alltagsnahe und zukunftsfähige Kirchgemeinde.

Naheliegend und bereits ein wenig vertraut

Durch Spaziergänge am See, durch gemeinsam besuchte Vereins- und Sportanlässe, durch Chilbi- oder Operettenbesuche, durch die gemeinsame Pfadi sind uns die Gegend und Gesichter von Hombrechtikon bereits so gut bekannt oder unbekannt, wie es manche Ecken und Menschen unserer eigenen Gemeinde sind. Die Türme der beiden reformierten Kirchen zeigen nur gerade 2940 Meter voneinander entfernt in denselben Himmel.

Das Zusammenschlussprojekt HoSt22 (Hombrechtikon-Stäfa)

Unsere Stäfner Kirchgemeinde ist von grossen Veränderungen betroffen. Die Mobilität der Bevölkerung, ihr Medienkonsum, ihre Bereitschaft sich langfristig zu verpflichten hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. So ist zum Beispiel der Anteil reformierter Einwohner in Stäfa allein zwischen dem Jahr 1999 und 2019 von 51% auf 35% gesunken. Der Mitgliederrückgang wird über kurz oder lang zu Einschränkungen z.B. bei der Zuteilung der Pfarrstellen führen. In einer ähnlichen Situation befindet sich die Kirchgemeinde Hombrechtikon.

Angeregt vom Reformprozess der Kantonalkirche «KirchGemeindePlus» ist es sinnvoll, jetzt zu handeln, um die Kirchgemeinde längerfristig zukunftsfähig zu erhalten.

Durch den regionalen Sozialraum entstehen in Zusammenschlussprojekten neue, kreative Gestaltungsmöglichkeiten. Das zeigen Beispiele aus bisher mehr als zehn ähnlichen Projekten im Kanton Zürich. Die HoSt22-Projektgruppe hat überzeugend gezeigt, dass im regionalen Raum neue Formen kirchlicher Arbeit (z.B. in der Jugendarbeit) möglich werden und gleichzeitig die beiden Standorte Stäfa und Hombrechtikon weiterhin ein vielfältiges Programm haben werden. Ausserdem ändert sich für die Kirchenmitglieder nichts im Hinblick auf Religionsunterricht der Kinder oder auf Kasualien wie Taufen, Beerdigungen oder Hochzeiten. Die Mitarbeitenden werden in grösseren Teams arbeiten und trotzdem bleibt klar, wer Ansprechperson für ein bestimmtes Thema oder für einen bestimmten Ort ist. Ein zusätzlicher Gewinn ist nicht nur der Raum für Innovation, sondern auch die Vielfalt an Personen und Orten im kirchlichen Leben der Kirchgemeinde.

Was lebt, das bewegt und erneuert sich stetig

Zum Wesen der reformierten Kirche gehört seit ihren ersten
Tagen, dass sie sich laufend neu (re-)formiert.  Sie passte sich immer wieder den jeweiligen Situationen an, um ihren Auftrag weiterhin wahrnehmen zu können, nämlich zum Wohle der Menschen «die gute Botschaft zu verkünden». Inhaltlich gehört dazu, dass sie als Volkskirche eine Vielfalt theologischer Überzeugungen miteinander im Gespräch hält und dass sie in der konkreten Solidarität mit Menschen für Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung und den Frieden einsteht. Oder, dass sie gemeinsam mit den Menschen Wege und Antworten sucht und dabei auch Ungewisses und Zweifel aushält. Organisatorisch gehört dazu, dass sie ihre Mittel dafür einsetzt, die Menschen immer wieder neu und immer wieder neue Menschen anzusprechen.

Die Zukunft willkommen heissen

Damals – im 16. Jahrhundert – haben sich unsere Väter und Mütter nicht zur Reform der Kirche aufgemacht, damit sich für die nächsten 500 Jahre nichts mehr verändert. Wollen wir unsere Mütter und Väter nachahmen, dann bewegen wir uns.
Ein nächster wichtiger Erneuerungsschritt unserer lebendigen Kirche steht mit der Abstimmung nun vor der Tür. Wir engagieren uns für diese Entwicklung, weil wir überzeugt sind, dass auch die Kirche visionär sein darf. Es gehört zu ihrer Tradition, Schritte in die Zukunft mutig zu gehen.
Tragen Sie zu diesem aufregenden Aufbruch bei und nehmen Sie an der Urnenabstimmung teil. Mit Ihrem JA zum Zusammenschluss unterstützen Sie aktiv eine vielfältige, alltagsnahe und zukunftsfähige reformierte Kirchgemeinde.

35 Erstunterzeichnende:

Heinz Bergmann; Yannick Bietenholz; Elizabeth Casal; Rita Collet; Ruth Fluck; Hansjörg Fluck; Christa Frischknecht; Martin Gabathuler, Rosemarie Gabathuler; Monika Hänggi; Peter Hürlimann; Maja Karrer; Andi Kaul; Cécile Krause; Eva Langenskiöld; Suzanne Lienhart; Eva Niedermann; Fredi Rechsteiner; Elisa Ruoff Zeller; Claudia Schaufelberger; Thomas Schaufelberger; Rosmarie Schefer; Astrid Schoch; Wolf Seemann; Tanja Trütsch; Ine van den Heuvel; Andreas van den Heuvel; Regula Walder; Nora Welti; Peter Wilhelm; Regula Wilhelm; Simon Wilhelm; Stephan Zeller; Markus Zellweger; Mirjam Zellweger;

Weitere Unterzeichner*innen:

41 Rolf Schädler
40 Roland Bommeli
39 Wolfgang Gollwitzer
38 Lotti Burger
37 Daisy Keller
36 André Meyer
35 Rita Friedli
34 Ernst Sommer
33 Longoni Silvia
32 Cornelia Bizzarri
31 Barbara Meyer
30 Hannelore Küng
29 Regula Galle-Hauser
28 Christof Wyss
27 Corina Mouhadi
26 Arie Duindam
25 Bernadette Brusa
24 Arnold Egli
23 Felix Zeller
22 Edith Brogli
21 Christian Haltner
20 René Barraud
19 Marianne Barraud
18 Ueli Lott
17 Hansueli Bacher
16 Hedi Bacher
15 Silvia Diethelm
14 Madeleine Strub-Jaccoud
13 Josef Junz
12 Theres Egli
11 Ursula Bolli
10 Dinette Schneider
9 Christian Meyer
8 Evelyne Lott
7 Benjamin Wilhelm
6 Andreas C. Duerr
5 hansruedi lampart
4 Verena Vogelmann
3 Andreas Erni
2 Robert Brusa
1 Verena Zeller-Sauder

Unterstützen Sie den Zusammenschluss und zeigen Sie Ihre Zustimmung!

Sie können die oben formulierte Erklärung unterstützen indem Sie Mitunterzeichner*in werden.

Ja zu HoSt22 - Kirchgemeinde Hombrechtikon Stäfa

Für eine vielfältige, alltagsnahe und zukunftsfähige Reformierte Kirchgemeinde Hombrechtikon Stäfa

Im Frühling 2021 werden die Mitglieder der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Stäfa über einen Zusammenschluss mit der Kirchgemeinde Hombrechtikon abstimmen. Wir legen mit Überzeugung ein JA ein, denn es eröffnet eine alltagsnahe und zukunftsfähige Kirchgemeinde.
Naheliegend und bereits ein wenig vertraut
Durch Spaziergänge am See, durch gemeinsam besuchte Vereins- und Sportanlässe, durch Chilbi- oder Operettenbesuche, durch die gemeinsame Pfadi sind uns die Gegend und Gesichter von Hombrechtikon bereits so gut bekannt oder unbekannt, wie es manche Ecken und Menschen unserer eigenen Gemeinde sind. Die Türme der beiden reformierten Kirchen zeigen nur gerade 2940 Meter voneinander entfernt in denselben Himmel.
Das Zusammenschlussprojekt HoSt22 (Hombrechtikon-Stäfa)
Unsere Stäfner Kirchgemeinde ist von grossen Veränderungen betroffen. Die Mobilität der Bevölkerung, ihr Medienkonsum, ihre Bereitschaft sich langfristig zu verpflichten hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. So ist zum Beispiel der Anteil reformierter Einwohner in Stäfa allein zwischen dem Jahr 1999 und 2019 von 51% auf 35% gesunken. Der Mitgliederrückgang wird über kurz oder lang zu Einschränkungen z.B. bei der Zuteilung der Pfarrstellen führen. In einer ähnlichen Situation befindet sich die Kirchgemeinde Hombrechtikon.
Angeregt vom Reformprozess der Kantonalkirche «KirchGemeindePlus» ist es sinnvoll, jetzt zu handeln, um die Kirchgemeinde längerfristig zukunftsfähig zu erhalten.
Durch den regionalen Sozialraum entstehen in Zusammenschlussprojekten neue, kreative Gestaltungsmöglichkeiten. Das zeigen Beispiele aus bisher mehr als zehn ähnlichen Projekten im Kanton Zürich. Die HoSt22-Projektgruppe hat überzeugend gezeigt, dass im regionalen Raum neue Formen kirchlicher Arbeit (z.B. in der Jugendarbeit) möglich werden und gleichzeitig die beiden Standorte Stäfa und Hombrechtikon weiterhin ein vielfältiges Programm haben werden. Ausserdem ändert sich für die Kirchenmitglieder nichts im Hinblick auf Religionsunterricht der Kinder oder auf Kasualien wie Taufen, Beerdigungen oder Hochzeiten. Die Mitarbeitenden werden in grösseren Teams arbeiten und trotzdem bleibt klar, wer Ansprechperson für ein bestimmtes Thema oder für einen bestimmten Ort ist. Ein zusätzlicher Gewinn ist nicht nur der Raum für Innovation, sondern auch die Vielfalt an Personen und Orten im kirchlichen Leben der Kirchgemeinde.

Was lebt, das bewegt und erneuert sich stetig
Zum Wesen der reformierten Kirche gehört seit ihren ersten
Tagen, dass sie sich laufend neu (re-)formiert. Sie passte sich immer wieder den jeweiligen Situationen an, um ihren Auftrag weiterhin wahrnehmen zu können, nämlich zum Wohle der Menschen «die gute Botschaft zu verkünden». Inhaltlich gehört dazu, dass sie als Volkskirche eine Vielfalt theologischer Überzeugungen miteinander im Gespräch hält und dass sie in der konkreten Solidarität mit Menschen für Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung und den Frieden einsteht. Oder, dass sie gemeinsam mit den Menschen Wege und Antworten sucht und dabei auch Ungewisses und Zweifel aushält. Organisatorisch gehört dazu, dass sie ihre Mittel dafür einsetzt, die Menschen immer wieder neu und immer wieder neue Menschen anzusprechen.
Die Zukunft willkommen heissen
Damals – im 16. Jahrhundert – haben sich unsere Väter und Mütter nicht zur Reform der Kirche aufgemacht, damit sich für die nächsten 500 Jahre nichts mehr verändert. Wollen wir unsere Mütter und Väter nachahmen, dann bewegen wir uns.
Ein nächster wichtiger Erneuerungsschritt unserer lebendigen Kirche steht mit der Abstimmung nun vor der Tür. Wir engagieren uns für diese Entwicklung, weil wir überzeugt sind, dass auch die Kirche visionär sein darf. Es gehört zu ihrer Tradition, Schritte in die Zukunft mutig zu gehen.
Tragen Sie zu diesem aufregenden Aufbruch bei und nehmen Sie an der Urnenabstimmung teil. Mit Ihrem JA zum Zusammenschluss unterstützen Sie aktiv eine vielfältige, alltagsnahe und zukunftsfähige reformierte Kirchgemeinde.

%%ihre Unterschrift%%

41 Unterschriften

Bisher haben unterschrieben: 41

Hier der Brief als pdf: Er kann und darf herunter geladen und weiterverbreitet werden!

Der kantonale Reformprozess KirchGemeindePlus

Das Projekt HoSt22 steht im Kontext des kantonalen Reformprozesses KirchGemeindePlus – ein inhaltlich-visionäres Entwicklungsprojekt mit dem Ziel, die reformierten Kirchgemeinden im Kanton Zürich längerfristig vital und zukunftsfähig zu behalten. Die Idee ist, dass die kirchliche Arbeit in einem regionalen Raum mehr Gestaltungsmöglichkeit, Vielfalt und Kreativität erlaubt als in vielen einzelnen Kirchgemeinden, die alle mehr oder weniger daselbe Programm machen. Davon erhoffen sich die Projektverantwortlichen eine lebensweltliche Wende in der kirchlichen Arbeit, also dass die Kirche ganz nah ist an den aktuellen Lebenswelten der Mitglieder – in den Quartieren, in den Fragestellungen und an den Treff- und Brennpunkten des Lebens. Auf der Projektseite www.kirchgemeindeplus.ch sind viele Beispiele von erfolgreichen Kirchgemeinde-Zusammenschlüssen dokumentiert – ausserdem inhaltlich-theologische Grundlagen-Dokumente sowie konkrete Ideen für den kreativen Gestaltungsraum, der entsteht, wenn zwei oder drei oder zehn Kirchgemeinden gemeinsam wachsen. Bereits gibt es 17 erfolgreiche Zusammenschlüsse von Kirchgemeinden im Kanton Zürich mit insgesamt über 80 Kirchgemeinden (von ursprünglich 170 Kirchgemeinden sind es jetzt noch 110 – und es werden weniger), die den Schritt nach Abwägung aller Argumente gemacht haben. Beispiele sind zu finden unter: http://www.kirchgemeindeplus.ch/gemeindepraxis/zusammenschluesse/

Zusammenschluss im Eulachtal

Gute Erfahrungen mit einem Zusammenschluss hat zum Beispiel die neue Kirchgemeinde Eulachtal gemacht.

Die gemeinsame, neue Kirchenpflege hat viel Energie entwickelt und ist mit Kreativität und Schwung dabei, die neue Kirchgemeinde vital zu gestalten.

Neun Kirchgemeinden im Säuliamt wagen das ZusammenWachsen

Ein grosses Projekt ist im ländlichen Gebiet des Säuliamts vorangeschritten. Dort schliessen sich 9 Kirchgemeinden zusammen zur Kirchgemeinde Knonauer Amt. Die letzten Schritte werden derzeit gemacht. Es ist viel Engagement zu spüren und die Gestaltung des kirchlichen Lebens in einer Region mit verschiedenen kirchlichen Orten und Formen ist kreativ.

Was bei allen 17 Zusammenschlüssen im Kanton Zürich zu sehen ist: An der Urnenabstimmung vom 27. September 2020 haben die Mitglieder der neun Kirchgemeinden Aeugst a. A., Affoltern a. A., Bonstetten, Hausen a. A., Hedingen, Maschwanden, Mettmenstetten, Ottenbach und Rifferswil die geplante Fusion mit 68 bis 87 % JA-Stimmen-Anteil deutlich angenommen.

Zusammenarbeitsvertrag führt zu Bürokratie und sinnlosen Sitzungsmarathons: Die Erfahrung der Kirchgemeinden im Weinland

Die Kirchgemeinden Benken, Marthalen, Trüllikon-Truttikon, Ossingen, Rheinau haben seit Jahren gesagt, dass sie eine vertraglich vereinbarte Zusammenarbeit vorziehen und sie haben einen umfangreichen Vertrag geschlossen. Nach nur zwei Jahren haben sie gemerkt: Die Verdoppelung aller Gremien hat zu sinnloser Bürokratie geführt. Als Beispiel: In jeder Kirchgemeinde gab es eine Jugendkommission. Diese bestanden fort. Gleichzeitig wurde aber eine neue Jugendkommission über alle Kirchgemeinden hinweg gegründet, welche die Koordination sicherstellen musste.

Derselbe Mechanismus wurde bei der Kirchenpflege und bei vielen weiteren Kommissionen angewendet. Ausserdem sahen die Kirchgemeinden, dass sie bei den kleinsten gemeinsamen Projekten (wenn es etwa um 20% regionale Anstellung einer Person ging) sowohl auf der gemeinsamen Ebene einen Beschluss brauchten, wie auch in jeder Kirchgemeinde. Die Akteure der Kirchgemeinden sassen nur noch an Sitzungen und konnten die inhaltliche Arbeit nicht mehr erbringen. Deshalb haben sie sich nun für eine Fusion. Und zwar – nach den Erfahrungen – schnell und überzeugt. Die Stimmbevölkerung hat mit 85 bis 92% JA-Stimmen zugestimmt.

Wissenschaftliche Studie zu KirchGemeindePlus: Zwischenbilanz zeigt hohe Zufriedenheit bei betroffenen Mitarbeitenden

Wie gut ist die reformierte Kirche im Reformieren?
Eine externe Begleitforschung beobachtet den Reformprozess «KirchGemeindePlus» der
Reformierten Landeskirche und ihrer Kirchgemeinden. Jetzt liegen ein erster Zwischenbericht und Empfehlungen für Nachbesserungen vor.
Seit 2012 ist die Reformierte Kirche des Kantons Zürich auf dem Weg, sich zukunftsfähiger auszurichten: Zusammenschlüsse von Kirchgemeinden sollen Kräfte bündeln und neue Räume schaffen,
damit die Kirche das Gemeindeleben vielfältig und nahe bei den Menschen gestalten kann. Das ist
die Vision des von Kirchensynode und Kirchenrat angestossenen und mit dem Titel «KirchGemeindePlus» versehenen Prozesses. Ein Grossteil der Kirchgemeinden hat sich ihm in den letzten Jahren angeschlossen und treibt ihn in eigener Verantwortung voran.

Wie gut ist der Reformprozess bisher gelungen? Inwiefern wurden die angestrebten Wirkungen
erreicht? Was bedeutet er für Mitglieder, Freiwillige, Mitarbeitende und Behörden? Und wie kann
der Prozess noch besser gefördert und gesteuert werden?

Interessant ist zum Beispiel, dass die Zufriedenheit bei den Mitarbeitenden in Zusammenschluss-Kirchgemeinden besser ist als in vereinzelt bleibenden Kirchgemeinden. Der Zwischenbericht macht verschiedene Empfehlungen, die der kantonale Prozess nun aufnimmt und die auch für die Gestaltung von lokalen Zusammenschlüssen interessant ist.

Die Studie in einer Lang- und einer Kurzfassung kann hier heruntergeladen werden: http://www.kirchgemeindeplus.ch/zwischenergebnisse-begleitforschung/

Am 1.1.2022 gibt es im Kanton Zürich noch 111 Kirchgemeinden. 2012 waren es noch 176!

In den letzten zehn Jahren hat sich die Einsicht im Kanton Zürich durchgesetzt, dass in Fragen der alltagsnahen und zukunftsfähigen Gestaltung von Kirche vor Ort eine regionale Perspektive verheissungsvoller ist als eine kleinräumige und damit begrenzte Perspektive. Ausserdem zeigte sich in den zehn Jahren, dass die Region einen neuen Spielraum eröffnet für kirchliche Vielfalt.

Auch Kirchgemeinden, die ursprünglich nur verbindliche zusammen arbeiten wollten, haben inzwischen gemerkt, dass eine regionale Perspektive nur dann sinnvoll ist, wenn eine Kirchgemeinde mit einer Kirchenpflege entsteht. Innerhalb dieser Regionen kann aber die kirchliche Arbeit sehr lokal organisiert werden – entsprechend dem Bedarf der reformierten Kirchen-Mitglieder.

Bassersdorf-Nürensdorf, Brütten und Lindau werden die Kirchgemeinde Breite: Kreativität ein Jahr vor dem Zusammenschluss

Wichtige Bestandteile der neuen Kirchgemeinde
werden die drei Ortskirchen sein: Das kirchliche Leben
vor Ort soll weiterhin individuell und vielfältig gestaltet
werden. Die lokale Bevölkerung soll dabei mitreden
und mitwirken.

Aktuelles zum Aufbruch der Kirchgemeinde Stäfa!

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«Kräfte bündeln – Neues wagen»

Die Lesebriefschreiberin Vreni Grau schlägt sich in der Zürichsee-Zeitung auf die Seite der Mitarbeitenden und Behördenmitglieder: Sie würden unter einem Zusammenschluss der beiden Kirchgemeinden Stäfa und Hombrechtikon leiden. Und Leserbriefschreiber Jakob Dubach munkelt von einem Maulkorb für Mitarbeitende. So der Tenor.

Nun ist bekannt, dass beide Kirchenpflegen deutlich hinter dem Zusammenschluss stehen. Leiden sie an Selbstausbeutung? Im Weiteren wurden die Stäfner Mitarbeitenden letzten Dezember anonym befragt. Sie unterstützen klarmehrheitlich den Zusammenschluss. Suchen sie ihr eigenes Burnout?

Ich vermute hinter der gut gemeinten Empathie von Frau Grau ein Missverständnis. Ich zitiere: « ’Gleicher Stellenetat – gleiches Angebot’ bedeutet also in einem erweiterten Arbeitsfeld nicht gleich viel, sondern mehr Arbeit für die einzelnen Mitarbeitenden. » Das suggeriert: Stäfner Personal hätte zusätzlich Hombrechtikon zu versorgen, wo es kein Personal gebe. Seltsam: Hombrechtikon ist eine vitale, eigenständige Kirchgemeinde. Zwar ohne Sozialdiakon*in. Die Sozialdiakonie ist nämlich anders organisiert. Sie liegt stärker beim Pfarramt und bei den Freiwilligen.

Wo können Kräfte gebündelt werden in der Behörde? Es gibt tatsächlich mehr Liegenschaften in der neuen Kirchgemeinde. Aber nur noch ein Behördenmitglied mit dem Ressort Liegenschaften. Aber dieses «strategische» Ressort wird von der «operativen» Liegenschaftsadministration entlastet werden. Trotzdem wird der Aufwand für die gesamte Administration sinken. Das ergibt eine Modellrechnung, welche für die zusammengeschlossene Kirchgemeinde angestellt wurde.   

Und was gewinnen Mitarbeitende einem Zusammenschluss ab? Zu stark oder zu lange Eingespieltes bricht auf. Es entsteht ein spielerischer Wettbewerb. Was wird wo besser gemacht und wird darum übernommen? Ein gutes Beispiel, das letzten Sommer initiiert wurde, ist das Projekt «HoSt22 – Jugend». Die Stäfner Jugendarbeiterin und der Hombrechtiker Jugendpfarrer sind auf der Suche nach Formen partizipativer Jugendarbeit. Die Landeskirche unterstützt das Projekt befristet, zunächst bis Ende Jahr. Ein Zusammenschluss dürfte die Chance auf längerfristige Unterstützung erhöhen.

Schliesslich zur Maulkorb-Vermutung von Jakob Dubach: Die Stäfner Pfarrleute waren in allen Arbeitsgruppen des Projekts vertreten und konnten ihre Meinung einbringen. Sie haben sich ausserdem an der Kirchgemeindeversammlung vom 8. September 2019 klar gegen ihre eigene Kirchenpflege positioniert – gleichzeitig aber Loyalität versprochen, wenn die demokratische Abstimmung gegen ihre Meinung ausfallen würde. Der Vorwurf von Herr Dubach ist irreführend. Dass sie nicht öffentlich ihrer eigenen Kirchenpflege, an deren Sitzungen sie jederzeit dabei sind, in den Rücken fallen können, ist dem Kollegialitätsprinzip geschuldet, dem sie gemäss Kirchenordnung unterstehen.

Vom Zusammenschluss verspreche ich mir – und offenbar die grosse Mehrheit der Mitarbeitenden – Bündelung der Kräfte und Raum, Neues zu wagen. Das ist attraktiv für Mitarbeitende und die Behörde.

Thomas Schaufelberger

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Die Kaskade der Killerargumente

Erwiderung auf den Leserbrief von Jakob Dubach
«Der Maulkorb macht misstrauisch» ZSZ 20210227

Gegen Veränderungsprozessen in Kirchgemeinden wird oft in einem Dreischritt argumentiert.

Zuerst heisst es: Das Unterfangen ist finanziell die Verschwendung oder der Ruin. Das ist die Stunde der Rechnungsprüfungskommission. Wohlweislich wurde ein externer Experte beigezogen. Er attestiert beiden Gemeinden gesunde finanzielle Verhältnisse. Sie würden auch in Zukunft Stabilität gewährleisten. Der Machbarkeitstest wäre also bestanden.

Aber jetzt kommt sofort das zweite KIillerargument zum Zug. Es besagt, Strukturen gehörten nicht zum Wesen christlicher Existenz. Das ist die Stunde der Instutionsverdrossenen. Spiegelt ihre Haltung letztlich nicht eine Geringschätrzung landeskirchlicher demokratischer Strukturen und Vorgehensweisen? Die Strukturen der Kirche sind nicht belanglos für den Glauben. Das ist gut reformiert: «Nicht jeder Sprung aus einem Schiff ist ein Tellensprung.» (Karl Barth)    

Die ersten beiden Schritte der Kaskade bringt Herr Dubach auf den Punkt: «Gute Strukturen und gesunde Finanzen sind von Vorteil. Doch sie sind reine Äusserlichkeiten, die keine kirchliche Gemeinschaft schaffen.» Reine Äusserlichkeiten? Ist das nicht recht weltfremd? Zumal wenn wir das sagen, in unserem wohlgeordneten und wohlständigen Land.

Nun sind die Äusserlichkeiten gefallen. Und der dritte Schlag mit der Killerkäule kommt. Vor lauter äusserlicher Form fehlen die «verbindenden Inhalte». Vor lauter Organisation fehlt das Wesentliche, die Theologie. Vor lauter Strukturen fehlen die Visionen. Das ist die Stunde jener, die noch wissen, wo Gott hockt.

In der Weisung zur Abstimmung sagt der Kirchenpflegepreäsident von Stäfa: «Heutige Solidarität über die eigenen Grenzen hinweg ist der Weg zur Autonomie in Zukunft, und zwar für beide Kirchgemeinden gleichermassen. Als neue Kirchgemeinde haben wir in den nächsten zwanzig Jahren Zeit, in Ruhe am Wesentlichen zu arbeiten, während einer Generation zusammenzuwachsen und zusammen zu wachsedn in der Nachfolge Jesu.» Wenn das nicht visionär ist, was ist dann visionär? P.S. Zum Maulkorb-Vorwurd: Er hat den Faktencheck 2 nicht bestanden. Machen Sie sich schlau auf www.jazuhost22.ch .

Andreas van den Heuvel

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Gewinn für Alle

Es will so keiner recht hinsehen oder – ich stecke den Kopf in den Friedhofsboden… Es stellt sich doch schon länger die Frage: Kirche sein, Kirche leben, Kirche weiterhin bewegen – wie können die Kirchgemeinden, trotz abnehmender Mittel, in der Gesellschaft präsent sein, Notleidende unterstützen und die unterschiedlichsten Menschen mit ihren religiösen Bedürfnissen erreichen? Wie kann mit weniger Ressourcen – Mitglieder, Freiwillige, Pfarrstellen, Geld, usw. – ein vielfarbiges Angebot aufrechterhalten werden, das die eher distanzierten Mitglieder anspricht und zur Mitarbeit motiviert? Jetzt hat Hombrechtikon, zusammen mit Stäfa – DIE Chance, Kirche HEUTE und MORGEN (und GESTERN) zu sein • Gleichzeitig wird mit diesem Prozess in der Gesellschaft ein vielfarbiges Bild einer vielschichtigen Kirche sicht- und erlebbar, denn Kirche weltweit fängt bereits an der eigenen Kirchgemeindegrenze an. • Territoriale Grenzen von gestern und heute (auch die von unseren Kirchgemeinden) sind Teil einer gesamtgesellschaftlichen Entwicklung und waren und sind immer wieder von historischen Prozessen begleitet und neu definiert worden. Und so sind auch Kirchgemeindegrenzen nie statisch, sondern stets in Bewegung. Kurz auf einen Nenner gebracht: Regionale Zusammenarbeit = Gewinn für ALLE • Unterschiedliche Profile können in der regionalen Zusammenarbeit deutlich sichtbar und erlebbar werden. • Die Kirchgemeinden werden attraktiver, da das Angebot vielfältiger ist. …Noch Fragen 😉? (Andreas Dürr, Kirchenpflegepräsident Hombrechtikon in einem facebook-Beitrag)